Firebird 4 unter Ubuntu-Server

Firebird ist ein relationales Open-Source-Datenbanksystem. Es basiert auf dem früheren InterBase von Borland und wird seit 2000 unabhängig weiterentwickelt. Dieser Blog-Artikel erklärt die Installation und Konfiguration von Firebird 4 unter Ubuntu Server 24.04 LTS.

Einführung

Firebird ist ein freies, relationales Datenbankmanagementsystem, das den SQL-Standard weitgehend unterstützt. Es ging aus dem ursprünglich von Borland entwickelten InterBase hervor und wird seit 2000 vom Firebird Project als unabhängiges Open-Source-Projekt weiterentwickelt.

Die Software steht unter der sehr liberalen IPL (InterBase Public License), einer modifizierten MPL-Lizenz. Firebird läuft unter Windows, Linux, macOS sowie verschiedenen Unix-Derivaten und ist besonders für schlanke Server- und Embedded-Lösungen geeignet.

Version 4.0 wurde am 1. Juni 2021 veröffentlicht und führte unter anderem native 64-Bit-Integer-Erweiterungen, verbesserte Sicherheit (u. a. SRP-Authentifizierung), Replikation sowie erweiterte SQL-Funktionen ein. Die aktuelle Hauptversion 5.0 erschien am 11. Januar 2024 und baut diese Funktionen weiter aus. Der typische Lebenszyklus einer Hauptversion umfasst mehrere Jahre mit Wartungs- und Sicherheitsupdates.

Die Firebird-Homepage

Die Firebird-Homepage

Wir setzen Firebird in unserer Schulverwaltungssoftware Magellan ein.

Installieren

Zunächst müssen wir die LibTomMath (eine Open-Source-Bibliothek für Big Integers) als Abhängigkeit installieren.

sudo apt install libtommath-dev

Danach laden wir uns die aktuellsten Installationsdateien für Version 4 herunter (zu diesem Zeitpunkt ist dies die Version 4.0.6):

wget https://github.com/FirebirdSQL/firebird/releases/download/v4.0.6/Firebird-4.0.6.3221-0.amd64.tar.gz

Wir extrahieren das Paket und wechseln in den soeben erstellten Unterordner:

tar -xvzf Firebird-4.0.6.3221-0.amd64.tar.gz
cd Firebird-4.0.6.3221-0.amd64

Jetzt endlich können wir das Installationsskript starten:

sudo ./install.sh

Während der Installation wirst Du aufgefordert, für den Superuser sysdba ein Kennwort zu definieren:

Firebird 4.0.6.3221-0.amd64 Installation

Press Enter to start installation or ^C to abort
Extracting install data
Please enter new password for SYSDBA user: 

Anschließend meldet sich die Installation nach kurzer Arbeit mit einem Schluss-Statement:

Install completed

Zum Starten des Firebird-Diensts tippe folgendes ein:

sudo systemctl start firebird

Für einen Autostart beim Booten Deines Servers tippe folgendes ein:

sudo systemctl enable firebird

Zum Schluss überprüfen wir, ob der Firebird-Dienst auch läuft:

sudo systemctl status firebird

Ein erster Überblick

Schauen wir uns die Installation von Firebird genauer an:

  • Die Installation hat einen neuen Ubuntu-Benutzer firebird angelegt. Dieser Benutzer ist Eigentümer (owner) des Serverprozesses und hat standardmäßig kein Kennwort (man kann sich also nicht direkt mit firebird unter Ubuntu anmelden).

  • Das Binärverzeichnis liegt unter /opt/firebird/bin.

  • Die Log-Datei liegt unter /opt/firebird/firebird.log.

  • Die Konfigurationsdatei lautet /opt/firebird/firebird.conf.

Datenbanken verwalten

Im Gegensatz zu vielen anderen relationalen Datenbanksystemen, verteilen sich Datenbanken physikalisch nicht über mehrere Dateien. In Firebird wird jede Datenbank durch genau eine Datei repräsentiert, die in einem beliebigen Verzeichnis liegen kann.

Allerdings:

  • Die Datei muss die passenden Zugriffsrechte haben, d.h. der Firebird-Benutzer firebird muss Lese- und Schreibrechte besitzen.

  • Die Datei muss aus Sicht der Firebird-Instanz einen lokalen Speicherort besitzen, also z.B. kein Netzwerklaufwerk.

Trotzdem macht es Sinn, alle Datenbankdateien an einem zentralen Ort abzulegen, beispielsweise unter /srv/firebird/4.0:

  1. Lege zunächst das passende Verzeichnis an:

    sudo mkdir -p /srv/firebird/4.0
    
  2. Gib dem Benutzer firebird die passenden Zugriffsrechte:

    sudo chown -R /srv/firebird firebird
    

In diesem Beispiel kannst Du eine neue Datenbank unter dem Pfad /srv/firebird/4.0/neue-db.fdb anlegen. Möchtest Du eine bereits existierende Datenbank importieren, kannst Du das durch einfaches Kopieren der Datenbankdatei in das Verzeichnis /srv/firebird/4.0 erledigen.

Firewall konfigurieren

Standardmäßig verwendet Firebird den TCP-Port 3050. Wenn die Ubuntu-Firewall (Ufw) aktiviert ist, muss dieser Port freigegeben werden, damit externe Clients auf den Datenbankserver zugreifen können.

Prüfe also zunächst, ob Ufw aktiv ist:

sudo ufw status

Ist dies der Fall, muss Port 3050 für eingehende Verbindungen freigeben werden:

sudo ufw allow 3050/tcp

Optional kannst den Zugriff nur aus einem bestimmten Netzwerk erlauben (z. B. 192.168.1.0/24):

sudo ufw allow from 192.168.1.0/24 to any port 3050 proto tcp

Administrationswerkzeuge

FlameRobin

FlameRobin ist eine freie Open-Source-Software mit einer grafischen Oberfläche, um Firebird-Datenbanken zu administrieren. FlameRobin läuft unter Windows, Linux und macOS. Unterstützt werden alle aktuellen Versionen von Firebird. Du kannst FlameRobin auf Deinem lokalen Computer installieren und dann remote auf die Firebird-Instanz in Deinem Netzwerk zugreifen.

Eine ausführliche Installationsanleitung für Windows findest Du in diesem Blog-Artikel.

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